Drei Angebote für dieselbe Wohnung, drei völlig verschiedene Summen. Das liegt selten daran, dass einer überteuert ist. Es liegt daran, dass die Angebote unterschiedliche Dinge enthalten. Dieser Text erklärt, welche Faktoren den Preis wirklich bestimmen, und woran Sie ein Angebot erkennen, das am Ende hält.
Warum niemand einen Preis am Telefon nennt
Eine Entrümpelung wird nicht nach Quadratmetern abgerechnet, sondern nach Aufwand. Und der Aufwand hängt an Dingen, die man am Telefon nicht erfragen kann.
Zwei Kellerräume mit je zwölf Quadratmetern können sich im Aufwand um den Faktor drei unterscheiden: Der eine enthält ein paar Kartons, der andere ist bis unter die Decke mit Regalen, Farbresten und einem alten Ölofen gefüllt. Der eine liegt ebenerdig neben der Hofeinfahrt, der andere am Ende eines Kellergangs mit zwei Treppen dazwischen.
Wer Ihnen am Telefon eine feste Summe nennt, ohne etwas gesehen zu haben, tut das entweder mit einem großzügigen Sicherheitsaufschlag, oder er wird am Umzugstag nachverhandeln. Beides ist für Sie schlecht.
Die sechs Faktoren, die den Preis machen
1. Das Volumen, nicht die Fläche
Entscheidend sind Kubikmeter, nicht Quadratmeter. Die Entsorgung wird nach Volumen und Gewicht abgerechnet, und jeder Kubikmeter muss außerdem getragen, verladen und gefahren werden. Eine hohe Altbauwohnung mit Schränken bis zur Decke enthält deutlich mehr Volumen als die Grundfläche vermuten lässt.
2. Die Art des Materials
Hier liegen die größten Unterschiede, und hier wird bei billigen Angeboten am häufigsten gekürzt. Sperrmüll, Holz, Metall, Elektrogeräte, Bauschutt und Schadstoffe haben völlig verschiedene Entsorgungswege und Preise.
Besonders teuer sind Schadstoffe: alte Farben und Lacke, Lösungsmittel, Öle, Asbestplatten, alte Nachtspeicheröfen. Wer diese Positionen im Angebot nicht ausweist, hat sie entweder nicht gesehen oder plant, sie unter den Sperrmüll zu mischen. Das Zweite ist illegal, und es fällt auf Sie zurück, wenn es auffliegt.
3. Der Zugang
Vierter Stock ohne Aufzug, enges Treppenhaus mit Wendung, kein Stellplatz für den Wagen vor dem Haus: Jede dieser Bedingungen verlängert den Tag. Ein ebenerdiger Kellerraum mit Tor zur Hofeinfahrt kostet bei gleichem Volumen einen Bruchteil.
4. Der Trennungsaufwand
Alles in einen Container zu werfen ist schnell und wird als Mischabfall teuer entsorgt. Sauber zu trennen kostet Arbeitszeit, senkt aber die Entsorgungskosten deutlich. Ein gutes Angebot macht transparent, welchen Weg es geht.
5. Die Wertanrechnung
Gut erhaltene Möbel, Antiquitäten, Werkzeug, Musikinstrumente, Schmuck, Münzen und funktionierende Elektrogeräte haben einen Wert. Seriöse Betriebe rechnen diesen Wert an und ziehen ihn vom Preis ab.
Achten Sie darauf, dass die Anrechnung im Angebot konkret beziffert ist und nicht nur als Möglichkeit erwähnt wird. Eine Wertanrechnung, die erst nach der Räumung beziffert wird, ist keine.
6. Der Termindruck
Eine Räumung mit vier Wochen Vorlauf lässt sich in eine bestehende Tourenplanung einbauen. Eine Räumung, die übermorgen fertig sein muss, braucht eine eigene Crew und meist einen kurzfristig bestellten Container. Dieser Aufschlag ist berechtigt, sollte aber im Angebot getrennt ausgewiesen sein.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Vergleichen Sie nicht die Endsumme, sondern den Inhalt. Ein Angebot, das hält, enthält:
- Einen Festpreis nach Besichtigung, nicht einen Stundensatz mit offenem Ende
- Die genaue Bezeichnung der Räume, die geräumt werden, einschließlich Keller, Dachboden, Garage und Balkon
- Die Angabe, in welchem Zustand übergeben wird: besenrein ist etwas anderes als geräumt
- Eine Aussage zu Schadstoffen, auch wenn keine erwartet werden
- Die Wertanrechnung in Euro, nicht als vage Zusage
- Den Entsorgungsnachweis, wenn Sie ihn brauchen, etwa gegenüber Vermieter, Erbengemeinschaft oder Nachlassgericht
Die zwei Fragen, die den Unterschied machen
Wenn Sie mehrere Angebote vergleichen, stellen Sie jedem Anbieter dieselben zwei Fragen:
„Was passiert, wenn mehr drin ist als gedacht?“ Die Antwort zeigt, ob der Festpreis wirklich einer ist. Seriös ist: Was bei der Besichtigung sichtbar war, ist im Preis. Für Räume, die nicht gezeigt wurden, gibt es einen Nachtrag, den wir vorher besprechen.
„Wohin geht das Material?“ Wer darauf keine klare Antwort hat, sollte das Angebot nicht bekommen.
Was Sie selbst tun können, um zu sparen
- Verwertbares vorher aussortieren. Was Sie selbst verkaufen oder verschenken, muss niemand entsorgen.
- Zugänge frei machen. Ein freier Flur und eine freie Zufahrt sparen echte Arbeitszeit.
- Schadstoffe früh melden. Wer erst am Tag der Räumung von dreißig Dosen Altlack erfährt, muss umplanen. Das kostet mehr, als es gekostet hätte.
- Alles auf einmal machen. Keller, Dachboden und Wohnung in einem Termin sind günstiger als drei Einzelaufträge.
- Nicht auf den letzten Drücker. Vorlauf ist der billigste Rabatt, den es gibt.
Und der konkrete Preis?
Den nennen wir nach der Besichtigung, schriftlich und verbindlich. Die Besichtigung ist kostenlos, dauert meist zwanzig Minuten und kann auf Wunsch auch per Videoschaltung stattfinden. Danach wissen Sie, woran Sie sind, und wir auch.